Einfach mal ein Deck bauen!
Um schnell zu Entscheidungen zu gelangen, bedarf es zum einen relevanter Informationen und zum anderen genug Mut, einfach etwas auszuprobieren. Wenn ich mir auf die Schnelle ein paar Ideen holen möchte, habe ich zwei Quellen, auf die ich zurückgreife. Das sind zum einen die Decklisten großer Turniere, wie sie z.B. auf STCCG-Turnier.de oder für die EM auf unserer Partnerseite openCards zu finden sind. Ich schaue mir die Decks an, lese ggf. vorhandene Berichte zu den entsprechenden Turnieren und versuche zu verstehen, was sich die Erbauer dabei gedacht haben. Zum anderen nehme ich mir meine Kartenordner zur Hand und durchblättere sie, lese mir die Kartentexte mancher Karten genauer durch, stelle geistig die ersten Kombinationsmöglichkeiten zusammen. Wenn man das sehr schnell machen muss, so gibt es dafür eine Lösung, bei der ich mir den Aufbau der STCCG Expansions zunutze mache: Fast jede Erweiterung umfasst eine komplett neue Affiliation oder zumindest Fraktion. Statt nun alle meine Ordner durchzugehen, nehme ich mir einfach den zur Hand, in dem eine Fraktion neu eingeführt bzw. thematisch neu ausgerichtet wurde. In meinem Fall wollte ich die neuen Karten aus In a Mirror, Darkly ausprobieren – und stand vor der Wahl, eine der fünf Star Trek Crews zu spielen, die allesamt im neuen Set repräsentiert werden.
Als nächstes waren die Missionen dran, die vom Schwierigkeitsgrad und den Punkten zum Strafleet Personal passen mussten. Der Klassiker für MACOs ist Retrieve Material aus TBG, die der MACO Sean Hawkins alleine lösen könnte. Damit stand die erste Mission fest und ich konnte mich daran entlang arbeiten. Die Verwendung von Survey New World war somit nur logisch, denn für die ließ sich Sean Hawkins ebenfalls verwenden, es fehlte lediglich ein Officer. Mit Automated Repair Mission aus dem selben Set gab es eine Weltraummission, die ebenfalls Transporters erforderte, was den Einsatz von Sean Hawkins überaus effizient macht. Die MACO Amanda Cole ist der geeignete Kandidat als Unterstützung, denn sie bringt beide fehlenden Skills mit ein. Damit standen zusammen mit der Heimatwelt bereits vier der fünf Missionen fest – und das in weniger als zehn Minuten! Als nächsten Schritt folgte der Ausbau des Personals, bei dem ich nach der Grundregeln ausgehe, jeden für eine Mission benötigten Skill sechs Mal im Deck zu haben. Öfter sollte er auch nicht vorhanden sein, denn wenn man um die 20 Personnel im Deck hat, sollte man versuchen möglichst viele Skills für mögliche Dilemmas abzudecken. Es empfiehlt sich aber, hier nicht alles Können zu wollen sondern sich klar auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren.
Jedes Deck sollte ein bestimmtes Thema verfolgen und basierend auf diesem Thema lohnt es sich, einen klaren Fokus zu setzen. Die Devise lautet also, bewusst „auf Lücke“ zu setzen. Dies hält das Deck klein und damit schnell und man kann sich auf seine Stärken konzentrieren, anstatt sich an den Schwächen abzuarbeiten. Schaut man sich die Starfleet Karten aus In a Mirror Darkly genauer an, so stellt man schnell fest, dass diese enormen Nutzen durch das Weglassen der Spielhand erzielen können. Zudem bietet sich durch die Alternate Universe und Past-Symbole die Verwendung von Karten wie Fitting-In aus Fractured Time sowie Standard Punishment aus dem neuesten Set an, um sich Skills und Attribute zu beschaffen. Um die Vorteile der fehlenden Hand zu erzielen, hilft Watch Dog die Interrupts zu lagern und Optimism aus These Are the Voyages die Hand an sich leer zu bekommen. Da man so massiv Karten ziehen kann, ohne sie ablegen zu müssen, kommt man schnell an bestimmte Karten im Deck, was die Steilvorlage für eine Kombination aus dem Event A Sight for Sore Eyes aus Captain’s Log (für fünf Punkte jede Runde) und At What Cost? aus Necessary Evil / Reflections 2.0 ist. Schnelligkeit ist somit eine klare Stärke, die allerdings zu Lasten einiger Skills geht. So ist Diplomacy und damit eine Schwäche gegen das Dilemma Gomttu Shockwave aus Call to Arms nicht von der Hand zu weisen. Wo es passte, ließen sich bestimmte Personen ohne Diplomacy gegen Personen mit Diplomacy austauschen (beispielsweise Hoshi Sato, Captain’s Woman gegen Hoshi Sato, Empress) – aber jetzt einfach mehr Personen ins Deck zu nehmen, hätte es zu Lasten seiner Schnelligkeit aufgebläht und die Wahrscheinlichkeit verringert, Personen zum Lösen der Missionen zu ziehen. Besser auf die Deckeigene Stärke und in diesem Fall die genannten Interrupts bauen. Ein Ratschlag, den man in jedem Deck beherzigen sollte!